Chronik

Der katholische Kirchenchor Steinheim Sankt Johann Baptist wurde am 9. April 1937 wiedergegründet nachdem ein seit 1913 bestehender Chor durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges beendet worden war. Der neu gegründete Chor bestand am Anfang aus 17 Männern und einer Schola von 23 Knaben. 

 

                              

Die Gründungsurkunde des Kirchenchores                    Die ersten Sänger im Kirchenchor  



Aus den neuen  Mitgliedern wurde Jakob Franz als Chorleiter berufen. Bereits am 16. Mai 1937 – gut 5 Wochen nach der Gründung – sang der Chor eine Choralmesse. Um Noten anschaffen zu können, opferte jeder Sänger freiwillig pro Singstunde 10 Pfennig.Nach der Verabschiedung von Kaplan Dr. Lutz am 16. Januar 1938 übernahm Kaplan Thoerle die geistliche Betreuung des Chores. Der erste Vorstand wurde gebildet: Vorsitzender wurde Nikolaus Braun, Stellvertreter Franz Blumöhr, Chorleiter blieb Jakob Franz.

Die letzte Aktivität des Chores im Krieg war die Einweihung der Marienkirche am 20. Oktober 1940. Danach war eine Chorarbeit nicht mehr möglich, da die Sänger in den Krieg ziehen mussten. Viele kehrten nicht zurück. 

Erst am 25. Juni 1945 begann die Chortätigkeit wieder mit einem Namenstagsständchen einer Mädchengruppe für Pfr. Wilhelm Thoerle. Die Leitung hatte Josef Eberle, der den Chor die nächsten 40 Jahre begleiten sollte. Zu der erwähnten Mädchengruppe meldeten sich Arthur Follert, Erich Möser, Franz Möser und Leo Heid und so war der erste Beginn des neuen Chores geschafft. 

1951 wurde auf Initiative von Pfr. Thoerle eine Männerschola gegründet.

In den 50er und 60er Jahren hatte der Chor eine Mitgliederzahl von durchschnittlich 30. Erst in der zweiten Hälfte der 70er Jahre gab es einen großen Schub an Nachwuchs und bis zu 80 Aktive. Der Aufschwung kam auch durch das II. Vatikanischen Konzil. Davor  wurde der Chorgesang als Teil der Liturgie angesehen und das hatte damals die einzige Aufgabe eines Kirchenchores zu sein. In den damaligen Richtlinien stand: 

Aufgabe des Kirchenchores ist es, die von der Liturgie für die Sänger vorgeschriebenen Stücke … mit wahrer Kunstfertigkeit und andächtiger Gesinnung auszuführen. … Es sollen daher keine Sänger in den  Kirchenchor aufgenommen werden, von deren Frömmigkeit und Unbescholtenheit man nicht überzeugt ist. … Die Sänger des Kirchenchores wählen aus ihrer Mitte mit einfacher Stimmenmehrheit einen Vorsitzenden, der den Pfarrer und den Dirigenten in der Chorzucht, Probenordnung usw. unterstützt, und als Sprecher den Chor nach außen vertritt…. Eine eigentliche Vereinstätigkeit ist auf das Notwendigste zu beschränken. 

Ein Kirchenchorleben außerhalb der Gotteshäuser gab es also offiziell nicht. Nach dem Konzil gab es einen Wandel, die vereinsmäßige Führung der Chöre wurde abgesegnet, die Welt hielt auch offiziell Einzug. Und damit kam auch der Nachwuchs. 

Es wurden neue Richtlinien festgelegt:

     1. Der Chor hat beim Gottesdienst eine liturgische Aufgabe.

         Lob Gottes und Erbauung der Gläubigen ist das Ziel.

     2. Die Pflege der Gemeinschaft ist weiterhin zu fördern.

Seitdem haben die Aktivitäten des Chores immer weiter zugenommen und der Vorstand wurde größer.

Ab 1982 gab es einen Vergnügungsausschuss, ab 1985 gab es einen Ausschuss für die Getränkeversorgung und erstmals einen Notenwart bzw. eine Notenwartin. 1992 hatten wir einen Ausschuss Feste und Fahrten und erstmals Jugendvertreter und seit 1996 gibt es zwei Betreuerinnen für den Kinderchor.

Der Cäcilientag wird alljährlich als Patronatsfest gefeiert, seit 30 Jahren singen wir am 2. Weihnachtsfeiertag um 8.30 Uhr einen festlichen Gottesdienst im St.Vinzenz-Krankenhaus Hanau, fast genauso lange besteht unsere Verbindung zum Kirchenchor Francheville. 

Anfang August 1974 wurde die Singstunde vom Pfarrheim unter der Marienkirche in die Altentagesstätte verlegt. Seit dem 30. April 1991 finden die Singstunden im damals neu erbauten Kardinal-Volk-Haus in der Albanusstraße in Hanau-Steinheim statt.

Im gleichen Jahr wurde ein neuer Vorstand gewählt, der bis 1986 so bestehen blieb, lediglich die Beisitzer wechselten gelegentlich. Chorleiter war immer noch Josef Eberle, Präses zum damaligen Zeitpunkt Pfr. Lothar Hillenbrand.   

                                                

Chorleiter Josef Eberle                 Präses Pfr. Lothar Hillenbrand       Vorsitzender Erich Möser

Ob Grillfest, närrische Singstunde, Altstadtfest, Ausflüge im In- und Ausland – es ist immer etwas los. Der Vorstand ist seit jeher bemüht, die Existenz und den Erfolg des Chores durch gute Vorstandsarbeit und die richtige Mischung aus der eigentlichen Aufgabe, der Mitgestaltung von Gottesdiensten, und Geselligkeit zu sichern. Unerlässlich dabei ist aber auch die Mitarbeit der einzelnen Mitglieder.

Enden soll dieser kurze Rückblick mit einem Zitat von Erich Möser aus der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum: 
„Möge der gute und aufgeschlossene Geist des Chores erhalten bleiben. Die zurückliegenden Jahre sollen uns Verpflichtung und Ansporn sein“

 

 

Die Festschrift zum 75 jährigen Jubiläum 2012 wird zurzeit vorbereitet und wird diese Chronik weiterführen.